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Die Sozialist*innen im Internet bilden eine demokratisch-sozialistische Partei bei dol2day und verstehen sich als virtuelles Pendant zur Partei DIE LINKE. An deren Politik orientiert setzen wir hier in der Community inhaltliche Schwerpunkte und Akzente - nicht zuletzt mit der Teilnahme an Kanzler*inwahlen und Abstimmungen, Umfragen und Debatten. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, die Politikplattform dol2day aktiv zu gestalten.

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14.11.2022Opposition@71/Wandelbar!

7 Fragmente zu einer Kultur des lebendigen Erinnerns

I

Im November 1938 zerreißt eine Welt. Der schrittweisen Entrechtung und Hetze der vorangegangenen Jahre folgt die rohe Gewalt: Feuer, Verwüstung, Morde, Suizide im Angesicht des Terrors, Verschleppung in Konzentrationslager. Blitzartig zeichnet sich der ganze Horror der nationalsozialistischen Judenverfolgung ab, die Pogrome werfen einen abgründigen Blick voraus auf den Holocaust, in dem sich das Leiden auf bestialische Art in das Unvorstellbare vervielfältigen wird.

II

Zerrissen bin auch ich: Behütet aufgewachsen, ist das Erinnern eine mühsame Aufgabe, denn die direkte Verbindung zu den Opfern und den Überlebenden fehlt größtenteils. Dafür gibt es Menschen in meiner Familie, die Schuld auf sich geladen haben. Und tatsächlich sind die Abgründe überall, im Straßenbild gibt es Lücken, die von den Novemberpogromen gerissen wurden, ich muss nur hinschauen. Seit einiger Zeit erinnern Stolpersteine an die Opfer. Je mehr ich mir Erinnerung erarbeite, desto mehr wird fragwürdig, wie ich nach dem totalen Zivilisationsbruch in einer heilen Welt aufwachsen konnte. Josef Schuster vom Zentralrat der Juden in Deutschland mahnt unterdessen, dass 49 Prozent der Deutschen den Schlussstrich unter den Schreckensjahren wollen. In einigen Jahren werden keine Zeitzeug:innen mehr leben. Das Erinnern wird für mich zum Imperativ der Humanität, des Gewissens.

III

Den Schlussstrich will ich nicht, kann ich nicht zulassen. Aber was sollte ich tun? Ich sollte die Stolpersteine in meiner Umgebung noch achtsamer lesen. Ich sollte zu den Namen recherchieren. Ich sollte mir ein Beispiel nehmen an Menschen aus meiner Partei, die Stolpersteine reinigen. Ich sollte mir noch regelmäßiger die Sendung "Aus der jüdischen Welt" auf Deutschlandfunk Kultur anhören, um mehr über die jüdische Kultur zu lernen, die zerstörte aber auch wieder lebendige jüdische Kultur in Deutschland. Ich sollte noch mehr Bücher von jüdischen Autor:innen lesen. Und ich sollte in meinem Studium einen Schwerpunkt legen auf die Geschichte des Antisemitismus und das reiche jüdische Erbe. Das und noch mehr sollte ich tun. Werde ich es tun? Ich hoffe, dass die Beschäftigung mit diesem Text zu lebendigerem Erinnern beiträgt, zu einer praktischen Selbstverpflichtung führt.

IV

Der moderne Antisemitismus ist immer auch ein Reflex auf den Kapitalismus, er trägt Züge einer regressiven, einer falschen Kapitalismuskritik in sich. Jüdische Menschen werden aus bewusster Wahl diffamiert als Träger der ausbeuterischen Seite der kapitalistischen Wirtschaftsweise, als das raffende Kapital, dem das schaffende, schöpferische nichtjüdische Kapital entgegengestellt wird. In dieser wirren Logik war und ist die Verfolgung jüdischer Menschen die angebliche Überwindung der negativen Seiten des Kapitalismus.

V

Kultur kommt sprachgeschichtlich von dem „zu Pflegenden“. Kultur braucht Übung, ja, sogar Handwerk. Die Kultur eines lebendigen Erinnerns kann also, muss also von mir erlernt und gepflegt werden. Dazu gehören Rituale und Regelmäßigkeiten. Ich muss nur darauf achten, dass die Rituale nicht erstarren, ich muss also darauf achten, dass ich selbst und meine Praxis zu einem lebendigen Medium der Erinnerung werden: Erinnern als meine aktive Lebenspraxis.

VI

Erinnern heißt aber auch: zu widersprechen. Jedem Klischee, jedem Stereotyp, jedem Gerücht über jüdische Menschen. Auch dort, wo sich die Falschaussagen auf den Ort beziehen, wo sich Jüdinnen und Juden organisieren in einem jüdischen Staat, einer sicheren Heimstatt in einer Welt, in der Antisemitismus nach wie vor grassiert. Israel ist ein Versuch, unter schwierigen Bedingungen das Zerreißen einer Welt im November 1938 nicht ungeschehen zu machen, aber es abzuschwächen und aus den gewaltsam gerissenen Lücken etwas Neues erwachsen zu lassen.

VII

Paul Celan lesen: Die Gedichte dieses Überlebenden des Holocaust, der seine Eltern in diesem verlor und der in tiefer Zerrissenheit als Folge davon lebte, sind in deutscher Sprache Zeugnisse einer Humanität, die das Verlorene bergen und nach dem kalkulierten Wahnsinn der deutschen Verbrechen eine andere Sprache, hoch sensibel und wahr redend, hintergründig und doch entlarvend, in die Welt gesetzt haben. Wer im Erinnern die Atemlosigkeit der Geschichte zu spüren bekommt, kann bei Celan Ruhe und einen anderen Atem finden. Einige seiner Gedichte habe ich in den letzten Wochen auswendig gelernt, weitere werden folgen, damit ein sprachliches Erbe in mir ganz konkret hörbar wird, das Erinnern lebendig wird und bleibt.

Wandelbar! für die Opposition@71 als Antwort auf den vierten Teil der letzten Rundmail der Regierung.

17./25.Oktober 2022Opposition@71/Wandelbar!

Armut und Isolation

Wir dokumentieren hier einen Text von Wandelbar! für die Opposition@71:

Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut, dolgesetzlicher Feiertag

Auch in unserer Gesellschaft gibt es Armut. Auch doler*innen können in Armut leben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Armut isolieren kann. Wenn das Geld fehlt für die Fahrkarte am Ende des Monats oder für ein Getränk in einem Café, dann fallen soziale Kontakte aus, dann führt das zur Einsamkeit, zur erzwungenen Abkehr von Gesellschaft, von Freundschaften.

Hinzu kommt ein Gefühl von Scham, von Schuldigkeit. Die neoliberale Erzählung vom selbstverantwortlichen Individuum, das sich nur anzustrengen habe, das seines Glückes Schmied sei, hat gewirkt. Der arme Mensch wird verantwortlich gemacht für eine Situation, die in Wirklichkeit gesellschaftliche Ursachen hat. Und er wird abgeschnitten von Beziehungen, vom Leben in Vereinen, von der Teilhabe in der Politik. Viele verschwinden in ihren eigenen vier Wänden, viele entwickeln Krankheiten und Süchte.

Die Beseitigung von Armut in den westlichen Zentren des Kapitalismus müsste damit beginnen, den armen Menschen zuzuhören und genau hinzusehen, sich die Geschichten anzuhören von der fehlenden Fahrkarte, dem wieder abgesagten Gang ins Café. Lasst uns die Isolation durchbrechen und in der Politik die endgültige Wende weg von der neoliberalen Ideologie einfordern.

30. September/25.Oktober 2022SII/Wandelbar!

56,64 Pro

In einem Mitgliederentscheid von DIE LINKE hat sich die Mehrheit der Abstimmenden dafür ausgesprochen, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen binnen eines Jahres in die Programmatik der Partei aufgenommen wird.

Glückwunsch.

23. Juli 2022SII/Wandelbar!

Derzeitige SII - eine Gebrauchsanweisung

Derzeit bin ich das einzige aktive Mitglied der SII. Weiterhin glaube ich aber, dass es in einer Politiksimulation einer Partei bedarf, die sich positiv und solidarisch auf die reale Partei DIE LINKE bezieht. Gerade auch im Angesicht der Krise der Linkspartei.

Meine Aktivität für die SII besteht schon seit längerem darin, im offenen Forum Fäden zu Theorie und Praxis der LINKEN, aber auch der gesamtgesellschaftlichen Linken zu eröffnen und aktuell zu halten. Schau gern hinein und beteilige dich.

1. Februar 2021SII

zu FuS! mauli_ und 148 Nowy Port wählen.

Das Mitmachprogramm von KSP und FuS überzeugt. Und die Vielfalt politischer Positionen und Temperamente - von der progressiven Mitte bis nach links - zieht an.

Hier in unserem Mikrokosmos dol und in der Gesellschaft gilt: Vielfalt ist nicht immer einfach, Widersprüche sind inbegriffen, nicht alles muss einem gleich gut gefallen. Es geht darum, die Widersprüche produktiv zu machen für demokratische Veränderungen. Das zeichnet emanzipatorische Bewegung aus.

Die beiden Kandidaten und ihre Unterstützer*innen sind in der Lage, Veränderungsprozesse zu moderieren, zu gestalten. Und diskussionsanregend politische Positionen zu beziehen.

Deshalb ist die SII bei dieser Wahl gern zu FuS unterwegs.

22. September 2019Wandelbar & SII

Hartz IV endlich überwinden!

Interessant wird in diesem Wahlkampf bei dol auch die Haltung zur Sozialpolitik sein. Kaffeetasse von der ADV steht hier zum Beispiel für ein Weiter So im Sinne von Hartz IV und geht in seinem Programm sogar hinter den offiziellen Anspruch (der real aber kaum eingelöst werden kann) zurück, dass Hartz IV ein soziokulturelles Existenzminimum sein soll. Und er verteidigt Sanktionen.

Als Linksparteimitglied bin ich natürlich für die Überwindung von Hartz IV, also für eine sanktionsfreie Grundsicherung, die deutliche Erhöhung der Regelbedarfe und die Aufhebung des Prinzips der Bedarfsgemeinschaften.

Wir als LINKE freuen uns, dass im RL bei den Grünen ein Umdenken eingesetzt hat und es so aussieht, dass die Grünen in Zukunft ebenfalls Hartz IV überwinden wollen könnten. Eine gute Entwicklung.

Insofern freute ich mich, wenn auch die Grünen bei dol mit mir, der SII und allen, die für eine humane Sozialpolitik sind, an einem Strang zögen - auch bei unserer kleinen Kanzlerwahl.

15. September 2019Wandelbar

herum & SII

Liebe doler*innen,

herum und SII wandeln jetzt zusammen. Ich werde einerseits unter dem Motto herum meine individuelle linksemanzipatorische Kandidatur fortführen, aber auch unter dem Namen der SII dem Wahlkampf eine deutlich erkennbare Note im Bezug auf Forderungen der Partei DIE LINKE geben und zwar mit Blick auf zwei konkrete Umsetzungsszenarien:

1. Hoffnung Thüringen: rot-rot-grüne Reformmehrheit verteidigen. Bodo Ramelow soll Ministerpräsident bleiben.

2. Hoffnung Bund: Perspektiven für eine Reformregierung aus Grünen, SPD und LINKEN spätestens ab 2021 aufzeigen, Lust darauf machen. CDU/CSU in die Opposition schicken.

Euer Wandelbar für herum & die Sozialist*innen im Internet

Diskussion ist zum Beispiel hier möglich:

http://www.dol2day.com/index.php3?thread_id=296219&position=2221&ini_id=4242

und natürlich im offenen Forum der SII.

20. Februar 2019Wandelbar

links/rechts

Die Diskussion, was links und rechts unterscheidet, ist immer wieder aktuell, weshalb ich hier als Mitglied der SII, die sich verbunden sieht mit der realen Partei DIE LINKE, einen skizzenartigen Gedanken in die Runde werfe.

Modellhaft reduziere ich den Widerspruch zwischen links und rechts auf einen Kernunterschied:

Rechts steht im Grunde für die Auffassung, dass Ordnungen wie Geschlecht, Familie, Volk, Religion, Staat, Wirtschaft, Krieg usw. in die Menschen eingeschrieben, also natürlich und deshalb im Kern unveränderbar sind.

Links hingegen steht im Grunde für die Auffassung, dass solche Ordnungen allesamt kulturelle Verhältnisse sind, die aus Handlungen der Menschen erst entstehen und somit im Kern veränderbar sind.

gez. Wandelbar (ein Diskussionsfaden zu diesem Text findet sich im offenen Forum der SII, dem Café Social)

5. September 2017SII

Dolgesetzlicher Feiertag: Refugees Welcome Day.

Die Geflüchteten sind die Zeug*innen globaler Unordnung und Ungerechtigkeit. Europa und Deutschland dürfen diese Zeug*innen nicht abweisen.

Heute darf der Riss, der vor zwei Jahren in den Festungswall schoss, gebührend gefeiert werden.

Leider kamen bald danach wieder Abschottung und Asylrechtsverschärfungen.

Europa und Deutschland haben die Verpflichtung zu humanistischem Handeln.

In diesem Sinne: Die vielfältigen Fluchtursachen bekämpfen, aber die Geflüchteten würdevoll aufnehmen.