Thema: Macht ohne HerrschaftNeuer Beitrag
Von: Reim-und-Klang Le Petit Prince 25.03.2013 01:37 Uhr
Macht ohne Herrschaft - Herrschaft ohne Macht

Zitat:
Jetzt ziehe ich den Faden für RuK hoch, er weiß vielleicht warum ;-)


Ich denke die Frage nach Herschaft und deren Überwindung ist vielschichtiger zu begreifen.

- wer regiert über wen mit welcher Legitimation?
- welche "Spielregeln" sind dabei einzuhalten und welche sind verhandelbar?
- wer bestimmt mit welcher Legitimation über diese "Spielregeln"?
- was ist Freiheit, wodurch zeichnet sie sich aus, für wen ist sie erreich-, greif- und lebbar?

...um nur einige Ansätze zu nennen.

Das Beispiel mit dem Mord ist ebenfalls nicht so einfach zu beantworten - gerade heute früh habe ich dazu am Strand von Kumköy in der Sonne liegend ein Beispielk gelesen. Darin ging es um das gedachte Beispiel, dass ein Wagon außer Kontrolle gerät und auf einen Gleisarbeitertrupp zurast. Fünf Arbeiter sind dabei in Gefahr überrollt zu werden und es liegt an uns eine Weiche umzustellen um den Wagon gerade noch umzuleiten. Auf dem Gleis auf den der Wagon dann jedoch weiterrasen würde, arbeitet ein weiterer Gleisarbeiter der dann durch unsere Schuld zu Tode kommen würde...

Klar kann man das Beispiel angreifen. Die Frage bleibt jedoch, ob Mord tatsächlich so bedingungslos und unter allen Umständen von einer Mehrheit abgelehnt wird, wie es zunächst scheinen mag...

Um nun aber auf das eingangs wiedergegebene Zitat Parenthèses einzugehen: die Ema.Li hat mich bislang noch nicht sonderlich interessiert. Ich habe zwar da zwischenzeitlich immer mal mitgelesen, aber bislang war ich immer der Ansicht ich sollte zunächst mal beobachten was sich daraus ergibt, oder eben auch nicht ergibt.

Zur Frage der Herrschaft mache ich mir seit vielen Jahren so meine Gedanken, wie sich das für jemanden gehört der eher aus einem anarchischen Hintergrund kommt. Dazu eine abschließende Meinung zu haben, maße ich mir jedoch nicht an - das würde schließlich bedeuten, dass ich der Ansicht wäre alle Gedanken konsequent zu Ende gedacht zu haben, alle Argumentationen dazu bereits verinnerlicht zu haben und alle möglichen Priorisierungen bereits mitgedacht zu haben. Und dann hätte ich was? Eine Meinung die in Beton gegossen wäre aber letztlich bloß für mich selbst eine Bedeutung haben könnte.

Wenn ich jedoch einige Gedankenfragmente in die Diskussion einstreuen kann, dann werde ich das natürlich gerne tun.
Von: Demirtas (LinkerSozi) Sozialist*innen im Internet 13.03.2013 09:17 Uhr
Eine andere Frage ist natürlich wie du schon richtig gesagt hast wie man mit der jeweiligen Meinung der Minderheit umgeht, ich finde man sollte so tolerant wie möglich sein und ein Höchstmaß an Meinungen zulassen, jedoch kann es natürlich auch Grenzen geben, wenn Rechte anderer eingeschränkt werden sollen und man sich selbst intolerant verhält.
Von: Demirtas (LinkerSozi) Sozialist*innen im Internet 13.03.2013 08:58 Uhr
Die Mehrheit der Bevölkerung hat "zwar oft recht", jedoch nicht immer, manchml kann auch die Minderheit richtig liegen
Von: Wiolant (Bimbiss) Das Volk 13.03.2013 08:43 Uhr
Schon recht, die Frage der Schärfe und des Minderheitenschutzes sind zentral. Bedingung dafür sind aber normative Aussagen - was kann die Mehrheit tolerieren und welche Minderheitsmeinung muss zum Schutz des Gemeinwohls tabuisiert oder kriminalisiert werden? Die Antworten auf diese Fragen drücken zwangsläufig ein Machtgefälle aus und sind Herrschaftsinstrumente. Wobei es natürlich eine "gute Herrschaft" sein kann - je nachdem, wer die Normen wie interpretiert. Billiges Beispiel: natürlich lehnen wir Mord ab und die Mehrheitsmeinung ist fast vollständig, in archaischen Gesellschaften aber ist zum Beispiel der Mord an Alten und Kranken existenziell, um das Überleben der Gemeinschaft zu sichern.
Von: Parenthèse Das Volk 13.03.2013 00:10 Uhr
Ich glaube schon, dass einer der Grundzüge der Emali es ist, bestimmte Herrschaftstrukturen zu kritisieren und durch bestimmte Praktiken und Verhaltenveränderungen für mehr Selbstbestimmung und Selbstermächtigung zu sorgen. In diesem Sinne würde ich den Titel nicht als widersprüchlich sehen. M.e. sollte Demokratie nicht die reine Merheitsdiktatur sein, sondern ein Wertesystem, in dem Minderheitenschutz, Grundrechte und gewaltloser, freier Diskurs und vor allem horizontale Organisationsform und Freiräume möglich sind, und vieles von den Menschen in ihrem Umfeld in freier Vereinbarung entschieden wird. Das Mehrheitsprinzip bei Entscheidungen muss nicht zwingend die Schärfe und Spitze von hierarchischer Herrschaft haben.
Von: Parenthèse Das Volk 12.03.2013 23:56 Uhr
Ich würde mal sagen: Jein.
Von: Wiolant (Bimbiss) Das Volk 12.03.2013 17:07 Uhr
Demokratie ist Herrschaft. Hier passen Botschaft und Selbstverständnis nicht zusammen.
Von: Parenthèse Das Volk 12.03.2013 16:05 Uhr
Oh, hier sollte ich antworten, denke ich. Verzeihung, Phaselis, ich werd sehen ob ich bald die Muße dazu finde.

Jetzt ziehe ich den Faden für RuK hoch, er weiß vielleicht warum ;-)
Von: .phaselis Kernsozialistische Partei 06.03.2013 04:32 Uhr
Mit guter Botschaft meine ich: "Macht ohne Herrschaft"
Das klingt wirklich gut, hat aber leider in der Realität noch (fast) nie funktioniert, wäre aber sicher anzustreben.

Mit Content meine ich den Inhalt, damit ist aber auch botschaft und design gemeint. Ich finde das Plakat bzw. den Flyer einfach gut gemacht.

Anfangen kann ich allerdings nichts mit der Ema.Li selbst wenn ich Eurer Selbstverständnis lese verstehe ich nicht wirklich wofür die Ema.Li steht. Das ganze ist irgendwie wirr und fremd für mich.

Mit Inhalt meine ich damit, was

Die Emanzipatorische Linke (kurz: Ema.Li) organisiert sich als innerparteilicher Zusammenschluss in und bei der Partei DIE LINKE. Unter Emanzipation verstehen wir einen Lern- und Aneignungsprozess hin zur selbst bestimmten Verfügung über den eigenen Körper, über das eigene Leben und über die individuellen sowie gemeinsamen Bedingungen des Lebens und der Produktion. Der Weg zu einer demokratisch-sozialistischen Gesellschaft kann dabei nur als stetiger Lern- und Aneignungsprozess funktionieren, in dem die Menschen immer weiter lernen, in Freiheit und Gleichheit ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen.

Die Emanzipatorische Linke erkennt an, dass in der Programmatik der Partei linksemanzipatorische und radikaldemokratische Inhalte auszumachen sind. Es gibt aber leider zu wenig davon und immer wieder ist Druck von Nöten, um auf die innerparteilichen Kräfteverhältnisse im Sinne einer linksemanzipatorischen Politik Einfluss zu nehmen. Deshalb lädt die Emanzipatorische Linke alle Genossinnen und Genossen, Strömungspoltikerinnen und Strömungspolitiker der etablierten Strömungen und auch Interessierte jenseits der Partei zur Mitarbeit ein. Die Emanzipatorische Linke versteht sich in diesem Sinne als innerparteiliche „Pressure Group“, die nicht zu allen politischen Fragen eine Position beziehen wird und es auch aushält, dass ihre Aktiven in einzelnen Politikfeldern nicht zu gemeinsamen Positionen kommen.
Von: Parenthèse Das Volk 05.03.2013 13:04 Uhr

"Schritt für Schritt ins Paradies
Handbuch zur Freiheit" Das Buch zur Konferenz, aus den Reihen der Emali initiiert, ist nun im Buchhandel erhältlich.

http://buchhandel.de/default.aspx?strframe=titelsuche&caller=vlbPublic&nSiteId=11&=Search&stichwort=schritt%20f%FCr%20schritt%20ins%20paradies
Von: Parenthèse (S.Klammer) Das Volk 06.02.2013 22:54 Uhr
"ansonsten kann ich damit allerdings wenig anfangen."

.phaselis, was mich zu der neugierigen Frage führt: Warum nicht?
Von: Parenthèse (S.Klammer) Das Volk 06.02.2013 22:45 Uhr
Ich verstehe gerade nicht, du meinst das Design?
Ich bin an den Vorbereitungen und Gestaltung nicht direkt beteiligt.
Von: .phaselis Kernsozialistische Partei 06.02.2013 22:42 Uhr
der content und die botschaft ist echt gut.

wo lasst hier das machen?

ansonsten kann ich damit allerdings wenig anfangen.
Von: Parenthèse (S.Klammer) Das Volk 06.02.2013 12:32 Uhr
Die Emanzipatorische Linke (Ema.Li) in und bei der Partei Die Linke.
veranstaltet am 23. und 24. in Berlin eine Konferenz mit vielseitigem Programm zu Anarchismus, Emanzipation und widerständige Praktiken.

Hier der Link und auch der Raum hier im Cafe Social mal wieder über anarchistische, libertäre Alternativen zu schreiben.

http://emanzipatorischelinke.wordpress.com/programm-macht-ohne-herrschaft/