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Ist Kritik am Netanjahu-Regime grundsätzlich antisemitisch? |
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22.05.2026 19:01 Uhr |
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@mauli
"Zum einen ist Antisemitismus keine Person."
Man kann schon Sätze formulieren wie: "Das Christentum feiert Pfingsten" oder "Der Sozialismus kämpft für die Überwindung des Kapitalismus" oder "Die Wissenschaft widmet sich der systematischen Bearbeitung von Problemstellungen."
Und so arbeitet sich eben der Antisemitismus am jüdischen Staat Israel ab. Das heißt natürlich, dass das letztlich Menschen tun, dass Menschen antisemitische Hetze gegen den jüdischen Staat betreiben, dass Menschen Antisemit*innen sind und so handeln.
Und warum arbeiten sich Antisemit*innen an Israel ab: Weil in Israel Millionen von Jüd:innen und Juden leben, weil die wichtigen Staatfunktionen von jüdischen Menschen ausgeübt werden, weil die Armee jüdisch geführt wird, weil Gesellschaft und Kultur jüdisch geprägt sind. In diesem Sinne ist Israel ein jüdischer Staat, wie Frankreich ein französischer und Deutschland ein deutscher Staat ist. Du glaubst doch nicht, dass Antisemit*innen Israel in ihrem Hass unberührt lassen. Warum sollten sie das?
Antisemit*innen greifen nicht nur Jüd:innen und Juden an, sondern auch ihre Institutionen: Synagogen, Friedhöfe, Lokale, Kulturzentren, Altenheime usw. Es ist völlig logisch, dass Antisemit*innen auch die Institution Staat Israel angreifen, weil er jüdisch geprägt ist.
"Antisemitismus ist die Verurteilung von Menschen, weil sie jüdischen Glaubens sind,..."
Das greift viel zu kurz, es gibt viele Jüd:innen und Juden, die nicht gläubig sind, es gibt säkulare und atheistische Jüd:innen und Juden. In der Nazizeit wurden auch Jüd:innen und Juden verfolgt, die zum Christentum konvertiert sind. Das Judentum ist mehr als nur eine Religion.
Und zum Punkt mehrerer Deutungen in Wissenschaften. Klar, es gibt zu bestimmten Fragen in der Wissenschaft verschiedene Deutungen. Aber es gibt in Wissenschaften auch immer wieder Fragen, die nahezu Konsens sind. Und Konsens ist in der Antisemitismusforschung, dass Israel als jüdischer Staat Ziel von Antisemitismus wird. Israelbezogener Antisemitismus ist eine gut belegte These in der Forschung. |
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Diese Meinung wurde zuletzt geändert am 22.05.2026 19:22 Uhr. Frühere Versionen ansehen |
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22.05.2026 21:26 Uhr |
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"Die erst falsche Annahne liegt in der Vermischung zwischen Antisemitismus, Antizionismus und Kritik an der rechtsradikalen Regierung."
Nein, da liegt keine Vermischung vor. Ich zeichne ganz sauber nach, warum Antisemitismus ein Faktor in Bezug auf Israel ist. Seit seiner Gründung. Der weltweite antisemitische Hass gehört zu dem Konflikt dazu.
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22.05.2026 22:12 Uhr |
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Zitat:Zitat:Nein, da liegt keine Vermischung vor. Ich zeichne ganz sauber nach, warum Antisemitismus ein Faktor in Bezug auf Israel ist. Seit seiner Gründung. Der weltweite antisemitische Hass gehört zu dem Konflikt dazu.
Schon richtig das wirst du aber bei vielen Themen finden.
Und es gibt immer wieder Leute die Vorwände für etwas suchen das liegt schon fast in der Natur des Menschen war auch beim 11. September so, da musste sich dann eben auch liberale Muslime erklären.
Sorry, den Beitrag verstehe ich irgendwie nicht. |
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23.05.2026 23:42 Uhr |
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| Den Begriff "Netanjahu-Regime" würde ich alleine schon so werten. Es handelt sich um die israelische Regierung. Die kann man sachlich genauso kritisieren wie jede andere auch. Zumindest wenn man das Existenzrecht Israels anerkennt. Sonst ist es ja auch keine Kritik an der israelischen Regierung sondern irgendwelche Propaganda. |
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26.05.2026 23:31 Uhr |
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J_Rabin,
"Leider muss man sagen macht Israel wenn es mit dem Weltjudentum gleichsetzen will es aktuell tatsächlichen Antisemiten extrem leicht Futter zu finden."
Da bist du nah an der Aussage, dass eigentlich die Jüd*innen und Juden Schuld am Antisemitismus sind.
Der weltweite Antisemitismus ist eine Weltauffassung, eine Ideologie, und zwar eine Krisenideologie im Kapitalismus. Den Antisemit*innen ist am Ende egal, was Israel tut oder nicht tut. Antisemit*innen werden den jüdischen Staat in jedem Fall hassen, selbst wenn der Staat im Herbst eine andere Regierung hat, die hoffentlich moderater agiert. Der Antisemitismus macht keinen Frieden mit dem jüdischen Staat. Niemals. |
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27.05.2026 07:55 Uhr |
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Nein das ist weit hergeholt niemand ist für seine eigene Verfolgung schuld.
Ich lege aber an Israel keine speziellen Masstäbe ich erwarte von allen sich im Rahmen des Völkerechtes zu bewegen.
Ich bin generell sehr skeptisch den historischen Nahostkonflikt ergo bestreben eines pastinensischen Staates vs bestreben eine jüdischen mit der historischen Judenverfolgung in Europa zu vermengen.
Die Tatsache das manche auch Israelkritik als Fassade für tatsächlichen Antisemitismus nehmen ist bekannt aber kein Grund sich wegzudrehen und deshalb zu sagen ok dafür sieht man jetzt über alles hinweg was die Israelische Regierung macht.
Ausserdem unterscheide ich strikt zwischen Israelischer Regierung , dortiger Bevölkerung die selber sehr gespalten ist und Juden in anderen Ländern die ohnehin Staatsbürger der jeweiligen Länder sind letztere haben ohbehin auch gar nichts mit dem Nahostkonflikt zu tun.
Natürlich hoffe das die Regierung dort abgewählt wird.
Bin bescheiden was eine neue Angeht aber alleine wenn BenGvir dieser nicht mehr angehört wäre dies schon ein Fortschritt bin Realist genug das ich nicht erwarte das im Oktober eine Mitte-Links Regierung regiert, aber jeder Schritt in die richtige Richtung ist begrüssenwert. |
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Diese Meinung wurde zuletzt geändert am 27.05.2026 08:12 Uhr. Frühere Versionen ansehen |
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27.05.2026 08:05 Uhr |
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@wandelbar
Es ist übrigens mitnichten so das mir manche Tendenzen hierzulande nicht auch Sorge bereiten bezüglich Antisemitismus.
Bei aller fundamentalen Kritik am Vorgehen Israels möchte ich manches hier einfach nicht sehen .
Manche Demos in Berlin sind teilweise auch Leute dabei die schwer verdauliches äussern.
Daher schrieb ich in einem Nebenthread zu einem anderen Thema bei einer Einbürgerung sollte auch erwartet werden sich zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland zu bekennen.
Dies wäre doch nicht zuviel verlangt und obendrein auch noch sinnvoller als eine pauschales Israelbekenntnis und es würde auch in keinster Weise einen eingengten Meinungskoridor bedeuten da Antisemitismus genau wie Rassismus ja eigentlich keine "Meinung" ist.
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29.05.2026 11:54 Uhr |
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Zitat:Zitat:Da sagt die Antisemitismusforschung aber etwas anderes. Der Antisemitismus arbeitet sich selbstverständlich am jüdischen Staat Israel und seiner Existenz ab.
Ursächlich für den Konflikt ist der Umstand, dass der Staat Israel auf bewohnten Gebiet, entgegen den Bevölkerungsmehrheiten, gegründet wurde.
Dass dies den Unmut der ansässigen Menschen auslöst, dürfte nachvollziehbar sein.
Es ist mir klar bei deiner politischen Verortung, dass du den Antisemitismus als einen wichtigen Faktor in diesem Konflikt leugnen willst. Das lasse ich dir aber nicht durchgehen. Ich wiederhole es: Der Antisemitismus macht keinen Frieden mit dem jüdischen Staat Israel. |
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31.05.2026 20:44 Uhr |
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Zitat:Zitat: Es ist mir klar bei deiner politischen Verortung, dass du den Antisemitismus als einen wichtigen Faktor in diesem Konflikt leugnen willst.
Du missachtest die eigentliche Ursache, um dich mit dem eigentlichen Konflikt nicht beschäftigen zu müssen.
Hier geht es um das Spannungsfeld zwischen Besatzern und Besetzten, alle andere Aspekte sind nachgelagert.
Es geht auch um religiöse Befindlichkeiten, aber daran macht sich die Gegensätzlichkeit nicht fest.
Abstrus. Der Antisemitismus ist und bleibt ein wichtiger Faktor in dem Konflikt, lange vor der Staatsgründung, zur Staatsgründung und heute. Wer das leugnet, will wohl sein eigenes unappetitliches Süppchen kochen. |
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31.05.2026 20:46 Uhr |
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| SBF_, beschäftige dich mal mit antisemitischen Karikaturen und Bildern zu Israel und israelischen Politiker*innen in arabischen Medien. Dazu gibt es viel Material im Internet. |
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31.05.2026 21:29 Uhr |
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"Es geht auch um religiöse Befindlichkeiten, aber daran macht sich die Gegensätzlichkeit nicht fest."
Wie ich oben schon schrieb, ist das Judentum nicht nur eine Religion, es gibt säkulare und atheistische Jüd*innen und Juden. Dem Antisemitismus ist das egal, er hasst alles Jüdische. |
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01.06.2026 08:17 Uhr |
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Zitat:Abstrus. Der Antisemitismus ist und bleibt ein wichtiger Faktor in dem Konflikt, lange vor der Staatsgründung, zur Staatsgründung und heute.
Die Gründung eines neuen Staates auf bewohnten Gebiet, entgegen den Bevölkerungsmehrheiten ist die Ursache dieses Konfliktes. Natürlich generiert sich daraus eine tiefe Abneigung, die sich auch antisemtisch äussert.
Allerdings dürften (ethnisch begründete) Vorbehalte und Abwertungen auf beiden Seiten gleichermassen vorhanden sein und die aktuellen Regierungsvertreter sind nicht als besonders araberfreundlich bzw. humanistisch handelnd bekannt.
Zitat:SBF_, beschäftige dich mal mit antisemitischen Karikaturen und Bildern zu Israel und israelischen Politiker*innen in arabischen Medien. Dazu gibt es viel Material im Internet.
Sollten wir uns nicht eher mit fortwährenden Besatzung und dem damit verbundenden Bruch des Völkerrechtes beschäftigen, um die Ursachen des Konfliktes aufzuarbeiten, als mit Karikaturen?
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