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Anfang-5106 - 110 / 1305 Abstimmungen+5Ende
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Von:  @Anonym  19.07.2025 22:21 Uhr
Konnte man den wahren Charakter der Sowjetunion in Wahrheit bereits 1925 durchschauen?
Das ist, kurz zusammengefaßt, der „Fall Popoff" in der Darstellung des Journalisten Georg Popoff selbst. Bemerkenswert deshalb, weil Popoffs Bericht die Welt außerhalb der Sowjetunion schon 1925 erreichte; einer der ersten Augenzeugenberichte von der Methode des russischen Sicherheitsapparates überhaupt.
Damals, 1925, mochten viele Idealisten, die im Sowjetsystem das größte soziale Experiment aller Zeiten bewunderten, Popoffs Bericht für Lüge gehalten haben, vielleicht auch für Übertreibung eines um die Wirksamkeit seiner Publikationen bemühten Journalisten. Vielleicht auch für eine Ausnahme von der Regel.
Daß hier nichts übertrieben wurde, daß Popoffs Erlebnisse keine Ausnahme waren, daß die Tscheka und die GPU schon Anfang der zwanziger Jahre so arbeiteten wie später auf dem Höhepunkt der Tschistka, bewiesen dann die Augenzeugen-berichte, die die Welt nach 1945 erreichten.

„Der große Terror. Von den Anfängen der russischen Revolution bis zum Tode Stalins“ von Hellmut Andics. Es wurde im Jahr 1967 vom Verlag Fritz Molden in Wien veröffentlicht
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Von:  @Anonym  19.07.2025 13:51 Uhr
Was hätte sich eigentlich im Sinne einer Diktatur der Partei im linken Sinne wirklich anders entwickelt, wenn Trotzki nach Lenin zum Zug gekommen wäre?
Auf dem X. Parteitag der KPdSU im März 1921, als in Petrograd die Arbeiter und in Kronstadt die Matrosen gegen das bolschewistische Terrorregime revoltierten, erklärte Trotzki in Moskau unumwunden:
„Die Arbeiteropposition ist mit gefährlichen Parolen hervorgetreten. Sie hat aus den demokratischen Prinzipien einen Fetisch gemacht. Sie hat das Recht der Arbeiter, Vertreter zu wählen, sozusagen über das der Partei gestellt, als ob die Partei kein Recht hätte, ihre Diktatur zu behaupten, selbst wenn diese Diktatur zeitweilig mit der vorübergehenden Stimmung der Arbeiterdemokratie zusammenstößt... Die Partei ist verpflichtet, ihre Diktatur zu behaupten, ohne Rücksicht auf ein zeitweiliges Schwanken in der spontanen Massenstimmung, ohne Rücksicht auf die vorübergehenden Unsicherheiten in der Arbeiterklasse..."

„Der große Terror. Von den Anfängen der russischen Revolution bis zum Tode Stalins“ von Hellmut Andics. Es wurde im Jahr 1967 vom Verlag Fritz Molden in Wien veröffentlicht
 Ich schreibe etwas14,3%  (1)
 Ich schreibe nichts0,0%  (0)
 Ich kann es klären0,0%  (0)
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Von:  @Anonym  19.07.2025 13:47 Uhr
Kann man Trotzki mit seiner Arbeitspflicht als einem der Urväter des realsozialistischen Zwangsstaates sehen?
Im Gegenteil, er propagierte die Idee, die für den Krieg bestimmte militärische Organisation auf den friedlichen Arbeitseinsatz der männlichen Bevölkerung zu übertragen. Aus den Frontarmeen sollten Arbeitsarmeen werden, aus der Militärdienstpflicht eine Arbeitsdienstpflicht. In seiner letzten Konsequenz bedeutete Trotzkis Plan nichts anderes als die Umwandlung ganz Rußlands in ein einziges gigantisches Zwangsarbeitslager.
Lenin und ein Teil der Kremlführung waren mit diesen Vorschlägen einverstanden. Trotzki übernahm den Vorsitz in einer Kommission, die die allgemeine Arbeitsdienstpflicht vorbereiten sollte. Innerhalb der kommunistischen Führungsspitze jedoch waren die Zeiten stalinistischer Alleinherrschaft noch nicht an-gebrochen. Lenin und Trotzki sahen sich einer erbitterten Opposition gegenüber, deren hauptsächliche Sprecher der spätere Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, Rykow, und der Gewerkschaftsführer Tomskij waren. Der ehemalige Menschewik Abramowitsch sprach damals aus, was auch viele Bolschewiki dachten, als er Trotzki attackierte: „Sie können doch nicht eine Planwirtschaft aufbauen, wie die Pharaonen ihre Pyramiden errichteten."
Genau das aber war Trotzkis Vorstellung: Das Ende jeglicher Freiheit - auch der Freiheit des Proletariers an seinem Arbeitsplatz - zugunsten der totalen Reglementierung der Arbeits-kraft. Den Vorwurf, daß Arbeitszwang unproduktiv sei, nannte Trotzki „das armseligste und elendeste liberale Vorurteil". Und weiter: „Die erzwungene Arbeit der Leibeigenen entsprang nicht dem bösen Willen der Feudalherren. Sie war ein fortschrittliches
Phänomen.

„Der große Terror. Von den Anfängen der russischen Revolution bis zum Tode Stalins“ von Hellmut Andics. Es wurde im Jahr 1967 vom Verlag Fritz Molden in Wien veröffentlicht
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Von:  @Anonym  19.07.2025 12:38 Uhr
War die NEP Deiner Meinung nach ein erstes Eingeständnis, dass der Kommunismus in seiner ursprünglichen Form nicht umsetzbar war?
Nach dem verheerenden Bürgerkrieg und der Krise durch das Kriegskommunismus-Modell führte Lenin im Jahr 1921 die Neue Ökonomische Politik (NEP) ein. Die NEP erlaubte begrenzten Privatbesitz, marktwirtschaftliche Elemente und privaten Handel. Ziel war es, die wirtschaftliche Stabilisierung und Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, ohne das sozialistische Ziel aus den Augen zu verlieren.

Während einige Historiker die NEP als eine taktische Notlösung betrachten, sehen andere darin einen ideologischen Bruch, der Elemente des Kapitalismus in das sowjetische System integrierte. Dies wirft die Frage auf: War die NEP das erste Eingeständnis, dass der Kommunismus – zumindest in seiner ursprünglichen Form – nicht tragfähig war?
 Ja, sie zeigt das Scheitern der ursprünglichen Ideologie42,9%  (3)
 Nein, sie war ein taktisches Mittel zur langfristigen Stabilisierung14,3%  (1)
 Nein, sie war notwendig um die in Russland entwicklungstechnischen Zwischenschritte aufzuholen0,0%  (0)
 Ich würde das anders sehen14,3%  (1)
 Der Umfragesteller ist ein widerlicher besserwisserischer Konterrevolutionär0,0%  (0)
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Von:  @Anonym  18.07.2025 10:59 Uhr
Hat der Wandel die Revolution überholt? Bernsteins Thesen im Fokus
Bernsteins zentrale Argumente gegen revolutionäre Thesen
Verbesserung der Lebensbedingungen: Bernstein zeigte anhand statistischer Daten, dass sich die Lage der Arbeiterklasse im späten 19. Jahrhundert nicht verschlechtert, sondern verbessert hatte. Löhne stiegen, Arbeitszeiten wurden langsam reduziert, und erste soziale Sicherungssysteme entstanden.

Widerlegung der Verelendungstheorie: Die von Marx vertretene Vorstellung, dass der Kapitalismus zwangsläufig zur Verelendung der Arbeiter führt, hielt Bernstein für empirisch nicht haltbar. Er sah keinen Zusammenbruch, sondern Anpassungsfähigkeit des Systems.

Stärkung demokratischer Institutionen: Bernstein glaubte, dass durch Wahlrecht, Gewerkschaften und Genossenschaften eine friedliche Transformation möglich sei. Die Demokratie sei nicht nur Mittel, sondern auch Ziel – ein Weg zur Selbstbestimmung und Gleichheit.

Ablehnung des revolutionären Endziels: Sein berühmter Satz „Das, was man gemeinhin Endziel des Sozialismus nennt, ist mir nichts, die Bewegung alles“ bringt seine Haltung auf den Punkt: Reformen statt Revolution, Evolution statt Umsturz.

Gesellschaftliche Entwicklungen, die Bernstein stützten
Industrialisierung und Urbanisierung: Ab den 1860er Jahren stieg in Deutschland der Lebensstandard langsam an. Die Produktivität nahm zu, und mit ihr auch die Löhne.

Sozialgesetzgebung: Erste staatliche Maßnahmen wie Kranken- und Unfallversicherung (ab 1883 unter Bismarck) verbesserten die soziale Absicherung der Arbeiter.

Arbeiterbewegung und Gewerkschaften: Die Organisation der Arbeiter in Parteien und Gewerkschaften führte zu konkreten Verbesserungen – etwa bei Arbeitszeiten und Arbeitsschutz.

Fazit
Bernstein sah im Kapitalismus keinen Moloch, der zwangsläufig zur Revolution führen muss, sondern ein veränderbares System, das durch demokratische Mittel und soziale Reformen schrittweise humanisiert werden kann. Seine Position war nicht naiv, sondern empirisch begründet – und sie stellte die revolutionäre Orthodoxie seiner Zeit auf den Prüfstand.
 Ja, Reformen und demokratische Mittel sind effektiver als Revolutionen.50,0%  (4)
 Nein, grundlegende Veränderungen erfordern immer einen revolutionären Umbruch.0,0%  (0)
 Teilweise, Reformen können helfen, aber Revolutionen bleiben notwendig.12,5%  (1)
 Ich bin unsicher, beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile.37,5%  (3)
 
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