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Inwieweit ist es berechtigt, die eigene schwierige Kindheit als Erklärung für heutige Verhaltensmuster zu nutzen – und ab wann wird sie zur Ausrede, wenn man längst die Freiheit hätte, sich zu verändern |
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10.07.2025 10:39 Uhr |
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Naja, das komnt immer darauf an, wie tief Prägungen aus der Kindheit und Jugend nachwirken.
Wer aus einem mehr oder weniger liberalen Elternhaus kommt, wird solche "Ausreden" nicht oder weniger brauchen als jemand, der krass autoritär erzogen wurde.
Und dann spielen individuelle Faktoren, z.B. psychische Erkrankungen, noch eine Rolle. |
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10.07.2025 10:40 Uhr |
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@Kermit
Da sind durchaus eigene Gedanken auch mitdrinnen. Mir hat der Text als schlüssiger und logischer Gedankengang gefallen und gibt auch das wieder was ich mir denke.
Irgendwann steht jeder Mensch für sich. |
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10.07.2025 10:41 Uhr |
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Wer bist du, um zu beurteilen ob jemand sich verändern kann, oder nicht?
Mir wurde als Kind das fühlen von Traurigkeit regelrecht abtrainiert.
Ich fühle bis heute Zufriedenheit und Ärger.
Wenn ich Traurigkeit fühlen müsste, fühle ich Ärger, den ich sofort unterdrücke. Das könnte man wohlwollend Stoizismus nennen, aber es ist schlicht eine Regulierungsstörung.
Außer Symptomkontrolle -> Unterdrückung von ärger und Agressivität ist da nichts mehr zu machen.
Alles was mir bleibt, ist meine Kinder besser zu erziehen. |
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10.07.2025 11:08 Uhr |
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@Kermit
Die inhaltliche Kritik an der Umfragenerstellung hast Du platziert.
Aber wie siehst Du das.
Ich sage Dir ein Beispiel, was aus dem RL gegriffen ist.
Ich kannte ein Mädel, welches schon im Grundstudium ausgezogen ist und welches noch heute nach 15 Jahren ihre Fehler und menschlichen Fehlverhalten auf ihre Mutter schiebt.
Die Sicht von mir und besonders die meiner Mutter war immer, dass sie das nicht als Ausrede gelten lässt, weil dann müssten wir alle mit der Ausrede hausieren gehen. Sie hat sicher grobe Fehler bei mir gemacht und ihre Mutter bei ihr auch.
Jetzt mal als einfach gestrickter Gedankengang und als Startbasis. |
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10.07.2025 11:35 Uhr |
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Zitat:In Zukunft lehne ich solche Umfragen konsequent ab.
Das könnte als sanktionsfähige Rezensionssabotage angesehen werden, denn:
Zitat:Es ist doch nicht zu viel verlangt, wenigstens im Hintergrund mal ein paar eigene Gedanken zu verfassen oder zumindest selbsttätig einen zugrundeliegenenden Artikel samt Quelle zu benennen?
Dafür gibt es keine regelhafte Grundlage, die Nutzung von KI ist bei dol2day nicht verboten.
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10.07.2025 12:27 Uhr |
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Es weiß doch kein Mensch mit Sicherheit, ob wir überhaupt einen freien Willen haben, oder nur die Illusion eines freien Willens. Darüber streiten sich Philosophen seit Menschengedenken und Physiker und Kognitionswissenschaftler sind neuerdings auch dabei. Die Einschätzung letzterer sieht eher nicht so gut aus.
Wenn das nicht der Fall ist, plappern wir ohnehin nur, was im Drehbuch steht. Aber über Figuren in einem Spielfilm oder Buch diskutieren ja wir auch im Was-wäre-wenn-Stil, als hätten sie eine andere Wahl treffen können. |
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10.07.2025 12:34 Uhr |
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Wird ja noch besser, wenn ich Hasenbaus tiefgründige philosophische und naturwissenschaftliche Begründungen mir zu Gute führe.
Ich musste das sagen, weil es im göttlichen Drehbuch stand.
Dann kann man sich final abputzen. |
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10.07.2025 13:10 Uhr |
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Darauf gibt es weder eine allgemein gültige Antwort, noch „das Rezept“.
Ginge es nach dem Elternhaus wäre ich heute mindestens ein frauenhassender, kinderprügelnder Serienmörder.
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10.07.2025 13:15 Uhr |
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| Meine Sicht auf die Dinge: Ganz schlechte Ausrede, wenn man es selbst vorbringt, aber ein mildernder Umstand, wenn ein Urteil über einen gesprochen werden soll. |
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10.07.2025 13:19 Uhr |
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Eine Beobachtung von mir ist, dass jene die einen Elternteil dann besonders kritisch sehen, diesem oft um einiges näher sind und sich dem auch oftmals im Alter wieder annähern. Das passiert wohl unbewusst, aber es passiert.
Bzw mancher löst sich nie von dieser Vorgabe, verflucht sie, lebt sie aber. |
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10.07.2025 15:15 Uhr |
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| Ausrede wofür? Finde die Formulierung schon daneben. Muss man sich rechtfertigen für Bedingungen, in die man geboren wurde, mit denen man nichts zu schaffen hat? Dass Vadder seinen autoritären Erziehungsstil nicht ablegen und erst seine Ungerechtigkeit nicht reflektieren wollte, weil er es ja selbst nicht anders kannte? In dem Fall ist es schon eine Ausrede, sein Verhalten nicht zu reflektieren und Stigmatisierungsmuster weiter zu geben. Ich habe ihn nie anders betrachtet. Eben weil da null Selbstreflexion war und mir damit mein ganzes Leben versaut hat, ist und war er immer ein riesiges Arschloch. Und ich hab innerhalb der Familie diesbezüglich nie ein Blatt vor den Mund genommen. Ich hab andere erlebt, die viel mehr Gewalt und Ungerechtigkeit erlebt hatten und dies nicht an ihre Kinder weitergegeben hatten. Es gibt dysfunktionale Beziehungen mit Narzissten, die zu Selbstreflexion in der Lage sind. Dazu gehört sehr viel Charakterstärke. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Entwicklungen so schwer verlaufen können, dass diese Selbstreflexion nicht mehr möglich ist. Ich kann viele Krankheitsbilder akzeptieren, aber ich erwarte schon so viel Selbstreflexion, sich nicht wie ein totales Arschloch aufzuführen oder auszuleben. Damit habe ich dann tatsächlich ein Problem. Nicht jede(r) ist seines eigenen Glückes Schmied. Aber (fast) jede(r) Schmied(in) kann zu eigenem Glück finden. Vermutlich bewege ich mich im Mittelfeld. Ein schwerer Fall, aber nicht schwer genug, um ein halbwegs normales Leben zu führen. |
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10.07.2025 15:21 Uhr |
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Auf die Frage, warum Willi (Name redaktionell geändert) so auffällig gewalttätig geworden ist, antwortete er: Schon mein Vater hat mich halbtot geprügelt.
Nun ja... |
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10.07.2025 15:30 Uhr |
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Zitat:Naja, das komnt immer darauf an, wie tief Prägungen aus der Kindheit und Jugend nachwirken.
Wer aus einem mehr oder weniger liberalen Elternhaus kommt, wird solche "Ausreden" nicht oder weniger brauchen als jemand, der krass autoritär erzogen wurde.
Und dann spielen individuelle Faktoren, z.B. psychische Erkrankungen, noch eine Rolle.
Ich denke das eine schließt das andere nicht aus. Du kannst liberal und autoritär erzogen worden sein. Die Frage ist wie weit man die Definition des Autoritären zieht. Auch die Eltern können unterschiedliche Erziehungsstile pflegen oder halb offen, halb versteckt usw. Interessant wäre zu diskutieren, was genau unter "autoritärer Erziehung" zu verstehen ist, ob diese auch Überschneidungen im Liberalismus (was nur politische Erziehung heißt) haben kann oder wo liberale Elternhäuser in der Form der Erziehung beginnen, wo seine Grenzen sind usw. usf. Autoritäre Erziehung kommt m. E. auch ganz wunderbar ohne Schläge aus. Soweit ich weiß heißt im hebräischen Liebe Anerkennung. Das trifft es nämlich ganz gut. Ein Kind, das nicht anerkannt (nicht geliebt) wird, ist nicht zwangsläufig Schlägen ausgesetzt, aber der Vorwegnahme von Handlungs- und Bindungsfähigkeit. Liebesentzug ist auch eine Form der Gewaltausübung. Die Folgen können dann sein: Desinteresse an alle möglichen Interessen, im extremen Beispiel Abbruch der Beziehung zu den Eltern oder auch der im Kopf entstehende Schutzmechanismus, Personen oder Gruppen, die den eigenen Mangel an Konfliktfähigkeit ersetzen. |
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