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Fragenübersicht Bundeswirtschaftsminister Habeck möchte Sozialabgaben auch auf Kapitalerträge erheben. Unterstützt du diese Forderung?
1 - 19 / 19 Meinungen
13.01.2025 14:38 Uhr
Bei einem ordentlichen Freibetrag: ja.
13.01.2025 14:39 Uhr
Grundsätzlich finde ich das nicht verkehrt.
Allerdings darf das nicht zu einer umangenessenen Belastung von Kleinsparern führen. Sprich: da werden dringend Freibeträge benötigt.
13.01.2025 14:50 Uhr
Bin dabei. Ist ja schließlich auch Einkommen.
13.01.2025 14:51 Uhr
Wow.
Ist er sich bewusst, was er da fordert?


Wer heute angestellt ist und gut verdient, kann in der GKV freiwillig versichert sein. Derjenige zahlt Beiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Wenn man dazu noch Kapitalerträge hat, werden darauf keine SV-Beiträge erhoben, weil es über den Beitragsbemessungsgrenzen ist.

Wer heute selbstständig oder freiberuflich arbeitet, kann ebenfalls in der GKV freiwillig versichert sein. Solange das Einkommen (aus der Berufstätigkeit + Kapitalerträge) unter den Beitragsbemessungsgrenzen liegt, zahlt derjenige auf das gesamte Einkommen (Berufstätigkeit + Kapitalerträge) SV-Beiträge.


Die einzigen, die heute keine SV-Beiträge auf Kapitalerträge zahlen und man sie einführen könnte, wären die Pflichtversicherten in der GKV(!). Also Leute mit einem Einkommen unter 66.000 € im Jahr.

Seine Forderung ist also, Leuten mit geringem und mittlerem Einkommen tiefer in die Tasche zu greifen.

Spannender Ansatz.


Warum fordert er nicht, auf Mieteinkünfte SV-Beiträge zu erheben? Weil das seine Wählerschaft betrifft?
13.01.2025 15:11 Uhr
Bin mindestens sehr skeptisch. Das kleinere vorab: Der Verwaltungsaufwand dürfte hoch sein, zweitens würde das nur gehen wenn die Abgeltungssteuer wieder abgeschafft wird. Der größere Punkt hinterher: Es ist Kosmetik. Bei der künftigen Bevölkerungsstruktur werden wir das Sozialsystem, beziehe hier auch das Rentensystem ganz besonders mit ein, völlig neu konstruieren müssen. Die finanzielle Belastung sollte insgesamt eher sinken und nicht ständig steigen. Und hier wird sie wieder steigen.
13.01.2025 15:16 Uhr
Meine generelle Bereitschaft irgendeine steigende Abgabenlast zu akzeptieren ist einfach auch nicht mehr da. Von meiner Gehaltserhöhung für dieses Jahr bleiben netto knapp 25 Prozent übrig. Das geht einfach gar nicht mehr.
13.01.2025 15:24 Uhr
Zitat:
Seine Forderung ist also, Leuten mit geringem und mittlerem Einkommen tiefer in die Tasche zu greifen.


Ich persönlich kenne jetzt nicht so viele Leute mit geringem Einkommen, die nennenswerte Kapitalerträge haben.

Hierbei wäre dann halt ein hoher Freibetrag wichtig. Insgesamt kommt es halt auf die genaue Ausgestaltung an, aber grundsätzlich kann ich dem Gedanken, mehr Geld in die GKV zu leiten, folgen. Sieht man ja auch an den dieses Jahr steigenden Beiträgen. Trifft ja auch wieder nur "die Kleinen".

Diese Meinung wurde zuletzt geändert am 13.01.2025 15:26 Uhr. Frühere Versionen ansehen
13.01.2025 15:28 Uhr
Zitat:
Sieht man ja auch an den dieses Jahr steigenden Beiträgen. Trifft ja auch wieder nur "die Kleinen"


Nee, über den erhöhten steuerlichen Grundfreibetrag kommen "die Kleinen" mit einem kleinen Plus raus (außer man ist in der Knappschaft versichert und zahlt 4 % Zusatzbeitrag).

"Die Großen" werden mit einem Minus rauskommen, weil die Beitragsbemessungsgrenzen ordentlich erhöht wurden.
13.01.2025 15:34 Uhr
Zitat:
Zitat:
Sieht man ja auch an den dieses Jahr steigenden Beiträgen. Trifft ja auch wieder nur "die Kleinen"


Nee, über den erhöhten steuerlichen Grundfreibetrag kommen "die Kleinen" mit einem kleinen Plus raus (außer man ist in der Knappschaft versichert und zahlt 4 % Zusatzbeitrag).

"Die Großen" werden mit einem Minus rauskommen, weil die Beitragsbemessungsgrenzen ordentlich erhöht wurden.


Na ja. Wenn ich das richtig sehe ist es so dass einem Alleinstehenden mit 50k schon ein Minus verbleibt. Jetzt kann man natürlich sagen im Verhältnis ist das ein hohes Gehalt aber es kann eigentlich nicht sein dass man das ok findet, denn damit ist man wahrlich nicht reich.

Weitergabe der CO2-Abgabe kommt noch on top
13.01.2025 15:37 Uhr
Zitat:
Na ja. Wenn ich das richtig sehe ist es so dass einem Alleinstehenden mit 50k schon ein Minus verbleibt. Jetzt kann man natürlich sagen im Verhältnis ist das ein hohes Gehalt aber es kann eigentlich nicht sein dass man das ok findet, denn damit ist man wahrlich nicht reich.

Weitergabe der CO2-Abgabe kommt noch on top


Wenn das so ist, nehme ich meine Aussage zurück. 50 k€ ist unter dem Durchschnitt für Vollzeitarbeitnehmer.

Ich hatte eine Grafik im Kopf, wo das Minus erst bei einem deutlich höheren Einkommen kommt.
13.01.2025 15:38 Uhr
@ pacific Mitte Dezember gelesen. Muss nicht stimmen.
13.01.2025 15:38 Uhr
Zitat:
@ pacific Mitte Dezember gelesen. Muss nicht stimmen.


Evtl. war da die Änderung des steuerlichen Grundfreibetrags noch nicht berücksichtigt?
13.01.2025 15:46 Uhr
Zitat:
@ pacific Mitte Dezember gelesen. Muss nicht stimmen.


Du hast recht:

https://www.iwkoeln.de/studien/martin-beznoska-tobias-hentze-mehrbelastung-fuer-viele-im-neuen-jahr.html
13.01.2025 17:52 Uhr
So wie von Habeck dargestellt wird das nicht funktionieren. Entweder wäre das schlicht ein Raub, oder dadurch müssten auch Ansprüche erworben werden. Wenn dadurch wieder alle frei wären, die privat versichert sind, wäre es sogar nur ein Raub an Normalverdiener.

Vielleicht sollte sich Habeck noch einmal Konzepte einer Bürgerversicherung aus dem Umfeld der SPD ansehen statt unausgegorene Vorschläge zu machen?
13.01.2025 17:57 Uhr
Gute Forderung, die ich ihm aber nicht abnehme ..
13.01.2025 18:01 Uhr
Inzwischen gibts da weitere Wortmeldungen:

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/habeck-sozialabgaben-100.html

Das ist doch der Knackpunkt hier:
"Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) warnte davor, dass ein solcher Schritt die Mittelschicht besonders belasten würde. Pflichtversicherte müssten dann gegebenenfalls bis zur Beitragsbemessungsgrenze Beiträge auf Kapitalerträge zahlen"

Und - Herr Banaszak - den "großzügigen Freibetrag" müsste er konkret benennen, damit man beurteilen kann, wen das treffen könnte und wen nicht.

Haben die überhaupt verstanden, wie das heute geregelt ist?
13.01.2025 22:12 Uhr
Habeck macht wieder ein zusätzliches Finanzierungsfass auf, statt sich den Problemen der GKV anzunehmen. Allein dieses Verteilmonstrum Gesundheitsfond mit Einheitsbeitrag, der dann durch den Zusatzbeitrag eben doch keiner ist, frisst viel Geld.

Sparer und Anleger zahlen doch heute schon Kapitalertragssteuer. Niemand hindert die Regierung daran, diese umzuwidmen. Für die Sozialversicherung wäre es allerdings blöd, weil man sich zu viel entrichtete Kapitalertragssteuer über die Steuererklärung wiederholen kann Folkloristisch ausgedrückt: dann müssen eben mal ein paar Operationen ausfallen, weil die Steuer erstattet werden musste.

Von Habeck kommt nur halbgarer Kram. Oder Kriegstreiberei mit seinem 3,5%-Ziel für Rüstungsausgaben.

Der Mann hat keine Ahnung davon, wie ein Staatswesen funktioniert.
13.01.2025 23:08 Uhr
@ denkmal Du hast viele sehr problematische Punkte sehr gut rausgearbeitet. Ich glaube Habeck hat versucht ganz einfach zu denken: Wenn ich auf Arbeitseinkommen Steuern UND Abgaben zahle soll das doch auch für sonstige Einkommen gelten. Den Rest hat er sich nicht überlegt. Und keiner macht sich grundlegende Gedanken darüber wie die Sozialversicherung zukünftig überhaupt noch funktionieren kann. Selbst die Vorschläge der FDP, die vielen nicht schmecken, lösen das am Ende nicht.
09.02.2025 00:59 Uhr
Jeder gute Vorschlag kann auch zerredet werden.

Es ist definitiv gut, eine breitere Basis für die Sozialkassen zu schaffen. Selbstverständlich, und das ist so selbstverständlich, dass sich jede Frage nach "der Omas' ihr Angespartes (ob als Sparbuch oder ETF, etc.) verbietet, würden nur die wirklichen Schmarotzer des bisherigen Systems zur Kasse gebeten.
Schmarotzer, nenne ich alle diejenigen, die sich, wie auch immer, vom Solidaritätsprinzip ausgenommen sehen.

Da muss dran, und deshalb ist Habecks Vorschlag erstmal gut.

Und je aufgeregter sich (Groß-)Kapitaleigner hier aufführen, desto besser ist der Vorschlag.
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