Hinweis für Gäste
Um an den Diskussionen teilnehmen zu können, musst Du angemeldet sein.
Hier geht es zur Anmeldung.
Noch kein Mitglied? Starte hier!.
Fragenübersicht Belgischer Kolonialterrorismus: Warum werden die Verbrechen nicht aufgearbeitet?
1 - 20 / 20 Meinungen
27.02.2024 14:29 Uhr
Schade dass der Umfrager mit der einen Antwortoption wieder mal das Wasser nicht halten konnte, sonst hätte ich die Umfrage angepinnt
27.02.2024 14:31 Uhr
Zitat:
Schade dass der Umfrager mit der einen Antwortoption wieder mal das Wasser nicht halten konnte, sonst hätte ich die Umfrage angepinnt


Es ist nicht meine Aufgabe, angesichts von Baerbock. Ich muss immer weinen, wenn ich so viel Unfähigkeit sehe.
27.02.2024 14:38 Uhr
Da müsste ich einen halben Roman schreiben. Das Sprichwort "wessen Brot ich fress, dessen Lied ich sing" passt hier sehr gut. Der Hintergrund ist aber historisch, politisch und ökonomisch determiniert.
27.02.2024 14:38 Uhr
Der heutige Reichtum von Belgien hängt, abgesehen von modernen Begünstigungen durch die EU, im Wesentlichen an diesen kolonialen Verbrechen. Doch offensichtlich gibt es eine sehr breite Koalition der Willigen von links bis rechts, das Thema unter dem Teppich zu halten. Sowohl in Belgien, als auch auf EU-Ebene. Vermutlich fürchtet man einen Domino-Effekt in Sachen Wiedergutmachungen, vielleicht fürchtet man auch zu viel Streit und Schuldzuweisungen innerhalb des Landes bzw. innerhalb der EU. In jedem Fall sind ein gewisses Gewinnlertum und ein gewisser Opportunismus beim Verdecken der Verbrechen im Spiel.
27.02.2024 14:45 Uhr
Wie sähe eine Aufarbeitung aus und wem sollte sie dienen? Soweit ich mich erinnere, sind die Kongogräuel hierzulande schon in den Schulen ein Thema und das wird in Belgien ähnlich sein.
Eine Aufarbeitung im Sinne einer politischen Umwerziehung ist also kaum sinnvoll und im Sinne einer "Entnazifizierung" wäre sie im heutigen Belgien völlig absurd. Blieben Aspekte wie das Schuldanerkenntnis, um Gelder von Belgien in den Kongo zu verschieben. Daran haben naturgemäß die Kongolesen, nicht aber die Europäer Interesse.
27.02.2024 14:45 Uhr
Zitat:
Der heutige Reichtum von Belgien hängt, abgesehen von modernen Begünstigungen durch die EU, im Wesentlichen an diesen kolonialen Verbrechen. Doch offensichtlich gibt es eine sehr breite Koalition der Willigen von links bis rechts, das Thema unter dem Teppich zu halten. Sowohl in Belgien, als auch auf EU-Ebene. Vermutlich fürchtet man einen Domino-Effekt in Sachen Wiedergutmachungen, vielleicht fürchtet man auch zu viel Streit und Schuldzuweisungen innerhalb des Landes bzw. innerhalb der EU. In jedem Fall sind ein gewisses Gewinnlertum und ein gewisser Opportunismus beim Verdecken der Verbrechen im Spiel.


Solche Dinge haben politischen background. Eine Rekonstruktion hätte nicht nur Auswirkungen auf handelnde Parteien und Protagonisten, es offenbart auch die engen Verwicklungen zwischen Staat, Unternehmen und vermutlich der Medien. Immunität, Indemnität oder Geschäftsgeheimnisse dienen immer dazu die Akteure und Interessen zu verschleiern und zu schützen.
27.02.2024 17:57 Uhr
Genügt Euch ein Generalschuldiger nicht?

Was ist mit Frankreich, Spanien, England?
Früher ging es nur um Rohstoffe und neue Märkte. Heute kommen noch Globalisierung und "Demokratisierung" zur Sicherung der Rohstoffe dazu.
27.02.2024 19:07 Uhr
Zitat:
Genügt Euch ein Generalschuldiger nicht?

Was ist mit Frankreich, Spanien, England?
Früher ging es nur um Rohstoffe und neue Märkte. Heute kommen noch Globalisierung und Demokratisierung zur Sicherung der Rohstoffe dazu.


Ja gut... Leopold II. ist bei der historischen Betrachtung einer der Verdächtigen für die Auszeichnung Mr. Max Damage des Kolonialterrorismus.
27.02.2024 19:11 Uhr
Das weiß ich nicht.

Bisher waren mir die belgischen Verbrechen im Kongo vage ein Begriff, und hätte sie da in koloniale Verbrechen um 1900 eingereiht wie das, was die Deutschen in Namibia taten.

Kurioserweise habe ich aber gestern eine Doku über Leopold II angefangen. Zufall, dass Pogo das Thema heute gerade aufgreift.

27.02.2024 19:17 Uhr
Ich bin übrigens hin- und hergerissen, ob man die letzten großen Denkmäler und Statuen von Leopold II abreißen sollte. Aus Prinzip bin ich bei einem solchen Bildersturm immer skeptisch, aber der Fall scheint hier recht eindeutig zu liegen, dass er große Schuld auf sich geladen hat. Wenn auch nur mittelbar, offenbar ist er nie persönlich im Kongo gewesen.
27.02.2024 19:25 Uhr
Zitat:
Ich bin übrigens hin- und hergerissen, ob man die letzten großen Denkmäler und Statuen von Leopold II abreißen sollte. Aus Prinzip bin ich bei einem solchen Bildersturm immer skeptisch, aber der Fall scheint hier recht eindeutig zu liegen, dass er große Schuld auf sich geladen hat. Wenn auch nur mittelbar, offenbar ist er nie persönlich im Kongo gewesen.


Man darf nicht so pingelig sein.
Ich war vor kurzem ganz erstaunt dass man auf der Berlinale "Dahomey" so gefeiert hat. Thematisiert der Film doch einen der größten und grausamsten Sklavenfänger/halter.

Nun ja.. scheint man kann auf der "guten Seite" auch sehr gut die Geschichte so umschreiben dass es passt.

Nach dem Lesen des Artikels bin ich noch mehr erstaunt dass man solchen Menschen sogar neue Denkmäler baut..

https://www.welt.de/kultur/article250283800/Dahomey-Berlinale-Gewinnerfilm-macht-Propaganda-fuer-einen-Horrorfuersten.html

Diese Meinung wurde zuletzt geändert am 27.02.2024 19:44 Uhr. Frühere Versionen ansehen
27.02.2024 19:29 Uhr
Zitat:
Zitat:
Ich bin übrigens hin- und hergerissen, ob man die letzten großen Denkmäler und Statuen von Leopold II abreißen sollte. Aus Prinzip bin ich bei einem solchen Bildersturm immer skeptisch, aber der Fall scheint hier recht eindeutig zu liegen, dass er große Schuld auf sich geladen hat. Wenn auch nur mittelbar, offenbar ist er nie persönlich im Kongo gewesen.


Man darf nicht so pingelig sein.
Ich war vor kurzem ganz erstaunt dass man auf der Berlinale "Dahomey" so gefeiert hat. Thematisiert der Fil doch einen der größten und grausamsten Sklavenfänger/halter.

Nun ja.. scheint man kann auf der "guten Seite" auch sehr gut die Geschichte so umschreiben dass es passt.

Nach dem Lesen des Artikels bin ich noch mehr erstaunt dass man solchen Menschen sogar neue Denkmäler baut..

https://www.welt.de/kultur/article250283800/Dahomey-Berlinale-Gewinnerfilm-macht-Propaganda-fuer-einen-Horrorfuersten.html


Hm ja, wenn man das liest und durchdenkt, da könnte man sich mit dieser Art von kulturellem Segen auch gleich so einen kleinen Bronze-Himmler irgendwohin... Ähm, egal...
27.02.2024 20:13 Uhr
Zitat:
Das weiß ich nicht.

Bisher waren mir die belgischen Verbrechen im Kongo vage ein Begriff, und hätte sie da in koloniale Verbrechen um 1900 eingereiht wie das, was die Deutschen in Namibia taten.

Kurioserweise habe ich aber gestern eine Doku über Leopold II angefangen. Zufall, dass Pogo das Thema heute gerade aufgreift.



Hatte vor vielen Jahren mal einen guten Film dazu gesehen, aber frag mich nicht nach dem Titel.

Vielleicht der hier:

https://www.videobuster.de/dvd-bluray-verleih/114267/schatten-ueber-dem-kongo
27.02.2024 20:19 Uhr
Zitat:
Genügt Euch ein Generalschuldiger nicht?


Warum sprichst du von dir in der dritten Person?
27.02.2024 20:38 Uhr
Zitat:
Zitat:
Genügt Euch ein Generalschuldiger nicht?


Warum sprichst du von dir in der dritten Person?


Herbert ist unschuldig!
27.02.2024 20:38 Uhr
Die Europäer haben noch immer kein Schuldbewusstsein. Sie haben ja nur die Kultur zu den Wilden gebracht. Mit ein paar bedauerlichen Kollateralschäden. Deshalb habe ich auch nicht die geringste Lust, zum Wertewesten zu gehören. Rechnet nicht mit mir.
27.02.2024 20:47 Uhr
Deutscher Kolonialterrorismus: Warum werden die Verbrechen nicht aufgearbeitet?

Hier eine kleine Übersicht:

Welche deutschen Kolonien gab es?

Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) von 1884 bis 1918/1919

Kamerun von 1884 bis 1918/1919

Togo von 1884 bis 1918/1919

Deutsch-Ostafrika (heute: Tansasnia, Burundi und Ruanda) von 1885 bis 1918/1919

Neuguinea (heute: nördlicher Teil von Papa-Neuguinea) 1884/1885 bis 1918/1919

Marshall-Inseln von 1884/1885 bis 1918/1919

Kiautschou (heute: Teil Chinas) von 1897/1898 bis 1918/1919

Karolinen, Palau und Marianeninseln (heute: Mikronesien) von 1899 bis 1918/1919

Samoa-Inseln (heute: West-Samoa) 1899 bis 1918/1919

https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/alle-kolonien-von-deutschland-wann-und-welche-gab-es-id63943906.html

Diese Meinung wurde zuletzt geändert am 27.02.2024 20:51 Uhr. Frühere Versionen ansehen
27.02.2024 20:57 Uhr
Wer sich dazu etwas ansehen will, Vicky Baum hatte in einem Roman über die Produktion von Kautschuk geschrieben.

https://books.google.de/books?id=FJ2CMQAACAAJ&dq=Buch+vicki+baum+kautschuk&hl=de&sa=X&redir_esc=y
28.02.2024 15:46 Uhr
Mit 'Herz der Finsternis' von Joseph Conrad sind die Kolonialverbrechen im Kongo sogar literarisch aufgearbeitet. Das Buch diente übrigens als Inspiration für den Film 'Apokalypse Now'.

Allerdings ist das Werk von Joseph Conrad aufgrund seines zeitgenössischen Sprachgebrauchs inzwischen umstritten (naturgemäß konnte seine Sprache noch nicht den Regeln postmoderner Wokeness entsprechen und gilt deswegen als nicht mehr geeignet; Joseph Conrad zu lesen gilt mitunter sogar als Zeichen von einer rechten Gesinnung).

Ansonsten finde ich beachtlich, dass Leopold II. nicht über seine Kolonialverbrechen an Schwarzen stolperte, sondern über seine Beziehungen zu jungen Mädchen. Schwarze Abschlachten war im 19. Jahrhundert vollkommen in Ordnung - erst wenn vergleichsweise harmlos Weiße betroffen waren, wurde die Adelsherrlichkeit zum Skandal.
01.03.2024 18:54 Uhr
Zitat:
Mit 'Herz der Finsternis' von Joseph Conrad sind die Kolonialverbrechen im Kongo sogar literarisch aufgearbeitet. Das Buch diente übrigens als Inspiration für den Film 'Apokalypse Now'.

Allerdings ist das Werk von Joseph Conrad aufgrund seines zeitgenössischen Sprachgebrauchs inzwischen umstritten (naturgemäß konnte seine Sprache noch nicht den Regeln postmoderner Wokeness entsprechen und gilt deswegen als nicht mehr geeignet; Joseph Conrad zu lesen gilt mitunter sogar als Zeichen von einer rechten Gesinnung).

Ansonsten finde ich beachtlich, dass Leopold II. nicht über seine Kolonialverbrechen an Schwarzen stolperte, sondern über seine Beziehungen zu jungen Mädchen. Schwarze Abschlachten war im 19. Jahrhundert vollkommen in Ordnung - erst wenn vergleichsweise harmlos Weiße betroffen waren, wurde die Adelsherrlichkeit zum Skandal.


Belgien ist ein Kunststaat, entworfen aus politischen Erwägungen der damaligen Großmächte. Die Funktionsträger sind, wie auch andernorts in dieser Epoche, napoeonische und post-napoleonische Implantate aus (Magnaten-)Familien mit einer anerkannt hohen Quote von Geisteskranken. Adelsherrlichkeit im ursprünglichen Sinn sieht doch sehr anders aus, und war in der Regel mit Einsatz des Lebens und ggf. einem frühen Tod verbunden. Ausserdem wurden die Leute, zumindest in Mitteleuropa, auf bestimmte Standards verpflichtet, was in vielen Fällen auch geholfen hat, der Sache eine konstruktive Richtung zu geben.
  GRUENE   IDL   SII, KSP   FPi
  CKP, KDP   UNION   NIP   PsA
  LPP   Volk, Sonstige
Fragenbersicht
1 - 20 / 20 Meinungen