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MITTLERWEILE HABEN "WIR" ES GESCHAFFT! WIR SIND ERNEUT WELTMEISTER!

Hamburger wollen Titel im Elefantenpolo verteidigen




Elefantenpolo-Weltmeister - diesen Titel holten die Brüder Thomas, Christopher und Oliver Winter im vergangenen Jahr nach Hamburg. Als Außenseiter waren die Polo-Asse im thailändischen Hua Hin gegen die Spezialisten aus Singapur, Indien und Sri Lanka angetreten. Überraschend gelang ihnen damals der Sieg.

Gern hätten die drei Brüder bei der diesjährigen Meisterschaft, die vom 16. bis zum 21. September im Anantara Ressort im Badeort Hua Hin stattfindet, als Top-Favoriten ihren Titel verteidigt. Doch gleichzeitig findet in England die Polo-Europameisterschaft statt, für die sich Thomas und Christopher Winter verpflichtet haben.

Trotzdem will sich der Dritte im Bunde, Oliver Winter, die Elefantenpolo-Weltmeisterschaft, die er gemeinsam mit Hotelier Christopher Stafford 2001 ins Leben rief, auf keinen Fall entgehen lassen. Deshalb geht der Hamburger Kaufmann nun mit einer neuen Besetzung an den Start: Hugo und Dirk Götz spielen statt der beiden Winter-Brüder. In der neuen Zusammensetzung gilt das Team aus Hamburg nicht mehr als Top-Favorit, aber immerhin als ernstzunehmender Gegner.

Die beiden Newcomer im Elefantenpolo bereiten sich derzeit gemeinsam mit dem schon erfahrenen Winter intensiv auf das anstehende Turnier vor. Zwar haben sowohl Hugo Götz als auch sein Bruder früher Polo gespielt, aber Elefantenpolo ist eben doch etwas anderes. "Allein die Sticks sind gewöhnungsbedürftig", sagt Winter. "Mit einer Länge von etwa 2,50 Meter sind sie doppelt so lang wie die normalen Schläger und sehr schwer."

Noch kniffliger sei es den Ball zu treffen, der vom etwa drei Meter hohen Elefanten aus wirklich minimalistisch wirke: Benutzt wird ein ganz normaler Poloball - Durchmesser neun Zentimeter.

Um das Schlagen aus Elefantenhöhe zu üben, haben die drei ein Holzpferd gebaut, das sie auf einem Hummer-Jeep befestigen können. Die perfekte Elefantensimulation. Einer fährt, einer sitzt auf dem Holzpferd und schlägt, der Dritte legt den Ball zurecht.

Ähnlich sieht die Situation dann beim echten Spiel aus. Gespielt wird mit drei Elefanten pro Team. Auf jedem Elefanten sitzen ein Elefantenführer, der Mahout, und ein Spieler. Die Frau des Mahout ist dafür zuständig, die Bälle wieder in eine spielbare Position zu bringen, wenn sie in einem riesigen Dunghaufen versunken sind.

Winter ist sicher, dass sein Team mit allen Problemen fertig wird. Denn der Elefantenritt ist zwar eine wackelige Angelegenheit, aber im Vergleich zum normalen Polo wird im Schneckentempo gespielt. Das harte Training hat Winter seinen Team-Kollegen verordnet, weil dieses Jahr die Konkurrenz besonders groß ist. "Die Australier und Inder haben jeweils einen Polo-Nationalspieler in ihrer Mannschaft", sagt Winter. Für solche Profis ist es ein leichtes mit einem gezielten Schlag, den Ball ins Tor zu befördern. Schließlich ist das Feld mit der Größe eines Fußballfeldes deutlich kleiner als ein normaler Poloplatz.

Doch im Grunde geht es bei dieser Weltmeisterschaft gar nicht nur ums Gewinnen: Im Mittelpunkt stehen die Elefanten. Immer seltener kommen die grauen Riesen ihrer ursprünglichen Funktion entsprechend als Arbeitstiere zum Einsatz. Von den ehemals etwa 100 000 arbeitenden Elefanten in Thailand sind nur noch etwa 2500 übrig. Die meisten von ihnen sind ohne Beschäftigung, weshalb ihr Lebensunterhalt nicht gesichert ist. Mit fatalen Folgen: Elefant und Besitzer wandern bettelnd durch die Straßen, um die 200 Kilo Futter, die das Tier pro Tag benötigt, zusammenzuklauben.

"Beim King's Cup geht es uns im Wesentlichen darum, Geld für die arbeitslosen Elefanten zu sammeln", sagt Winter. "Es ist in erster Linie eine Charity-Veranstaltung."

Das Turnier wird von höchster Stelle unterstützt. Der thailändische König Bumipol war so begeistert von der ersten Elefantenpolo-Weltmeisterschaft, dass er im folgenden Jahr sogar seinen Namen für das Ereignis hergab. Seitdem ist schlicht vom King's Cup die Rede. Winter strahlt: "Wenn das Wetter mitspielt, wird Bumipol auch den Pokal überreichen."

Artikel erschienen am 14. Sep 2003 in der Welt am Sonntag




Erfolg mit Elefantenpolo

Deutschland hat den zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft im Elefantenpolo in Thailand belegt - und die vier deutschen Spieler kommen aus Hamburg: Die Brüder Oliver "Nolly" und Christopher "Niffy" Winter kämpften sich gemeinsam mit Hugo Goetz und Sir Michael Lou bis ins Finale. Dieses musste wegen des anhaltenden Regens durch Penaltyschießen entschieden werden - in dem die Deutschen mit 2:3 gegen das schottische Team "This is the life.com" verloren. Aber das konnte die gute Stimmung nicht trüben: "Beim Finale hatten wir mehrere tausend Zuschauer, es war eine tolle Stimmung. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr", sagte Sir Michael Lou.
ug
erschienen am 16. September 2006
Hamburger Abendblatt