Community-Betreuung? - ein Selbstgespräch mit Reim-und-Klang

von Reim-und-Klang

Reim-und-Klang, Ihr seid in die Regierung gewählt worden und steht nun in der Regierungsverantwortung. Dabei fällt natürlich der neue Arbeitsbereich Community-Betreuung auf. Was muss man sich darunter vorstellen?

Communitybetreuung spielt selbstverständlich mit in andere Arbeitsbereiche der Regierung Wasp mit hinein. Totzdem haben wir uns entschlossen hier einen Schwerpunkt zu setzen. Einerseits weil das was wir unter Betreuung verstehen uns sehr wichtig erscheint, andererseits um den anderen Arbeitsbereichen hier hilfreich zur Seite stehen zu können.

Also quasi die “Mädchen für alle Fälle”, oder geht es hier tatsächlich darum, dass missliebige Meinungen „ausgeschaltet” werden sollen?

Anders als das was im Wahlkampf von unseren politischen Mitbewerbern kommuniziert wurde glauben wir an die Definition des Menschen als zivilisiertem und intelligentem Lebewesen. Deshalb bauen wir in erster Linie auf Bildungs- und Beteiligungsangebote, statt auf Ge- und Verbote.

Das klingt natürlich nett. Aber was bedeutet das konkret?

Hier bietet sich beispielsweise die Arbeitsgruppe Rechtsextremismus an, die zu einer Definition kommen will was eigentlich Rechtsextremismus ist, wie er sich historisch herausbildete, aber auch welche Möglichkeiten der Einzelne hat mit dem Rechtsextremismus im Alltag aber auch im virtuellen Raum umzugehen.

Also geht es Euch darum den Leuten Argumente an die Hand zu geben. Wie stellt Ihr euch das denn vor?

Wir wollen Themenwochen voranbringen, die sich thematisch mit den diversen politischen Ausrichtungen, aber auch mit ihren Variationen und historischen Wandeln auseinandersetzen will. Es geht aber nicht bloß darum, den Dolern etwas fertig ausgearbeitetes „aufs Auge zu drücken“, sondern sie verstärkt in die Thematik mit einzubeziehen. Hierzu bemühen wir uns auch um adäquate Referenten im Prominenten-Chat. Ferner wollen wir den Pakt für Diskussionskultur und Fairness mit neuem Leben erfüllen.

Dieser Pakt zeichnete sich doch dadurch aus, dass er versuchte an die Vernunft der Doler zu appellieren?

Das könnte man so umschreiben. Es sollte im Grunde den Dolern eine weitere Möglichkeit eröffnen mit Problemen innerhalb der Community umzugehen, als beleidigendes Verhalten anzuzeigen oder zu ignorieren. Es handelt sich dabei um eine Seltbstverpflichtung, an der sich Parteien und Initiativen beteiligen können. Zu Zeiten des Gremiums gab es ja eine Schlichter-Ini, deren Einbindung in die Lösungsfindung jedoch mit Einführung des Schiedsgerichts aufhörte. Psychologisch gesehen ist das eher schwierig, dann mit einer Anzeige am Schiedsgericht provoziert man natürlich sehr oft eine Trotzreaktion beim Betroffenen, vermittelt dem Anzeigenden ein Verräter-Gefühl und ist der eigentlichen Problemlösung oftmals keinen Schritt näher gekommen. Unsere Selbstverpflichtung soll darauf abzielen, dass innerhalb von Parteien und Initiativen ein Engagement entsteht, das darauf Wert legt die Interessen der jeweiligen Partei, bzw. Initiative vernünftig zu kommunizieren. Dass man bei verbalen Entgleisungen den entsprechenden Menschen im Vertrauen zur Seite nimmt und ihm mitteilt, dass man gute Argumente hat und diese nicht durch Beleidigungen entwerten müsse. Das scheint mir klüger als solche Probleme einzig „von oben“ anzugehen, oder dass jemand vom „politischen Gegner“ gesagt bekommt, dass er diese oder jene Beleidigung unterlassen sollte.

Dieser Appell an die Vernunft setzt aber auch den Willen voraus Argumente und Lösungsansätze vernünftig zu kommunizieren. Und es setzt voraus, dass solche zunächst einmal vorhanden sind.

Hierher gehört aber sicherlich nicht nur, Bildungs- und Meinungsbildungsangebote zu machen, sondern dort schneidet unser Arbeitsbereich ebenso die Bereiche Außenwirkung und Neumitgliedergewinnung. Denn es kann nicht bloß darum gehen vorhandene Mitglieder zu verwalten und ihnen politische Inhalte an die Hand zu geben, sondern es müssen auch neue Mitglieder gewonnen werden um dem überproportionale Erscheinen von Extremisten bei dol2day entgegenzuwirken. Hier gilt es nicht bloß Regeln oder Verbote zu finden, die vorhandene Mitglieder vor Beleidigungen und ähnlichem schützen sollen, sondern es müssen den Mitgliedern auch Hintergründe und Inhalte an die Hand gegeben werden, wie sie einerseits lernen mit Extremismus umzugehen, aber auch eigenes denken und handeln auf den Realitätsgehalt hin zu hinterfragen.


Das zielt natürlich darauf ab, dass man einerseits Neumitglieder gewinnen muss, damit dol2day nicht bloß “im eigenen Saft schmort”, aber auch dass innerhalb unserer Community eine Atmosphäre vorzufinden ist, die Neumitglieder nicht dazu bewegt, sich gleich wieder vom sprichwörtlichen Acker zu machen.
Es fällt natürlich auf, dass die jetzige Regierung zwar mit einigen Zielsetzungen angetreten ist, bisher aber noch nicht allzuviel Aktivität wahrnehmbar war. Woran liegt das?

Man kann das sicherlich auch positiver formulieren, dass diese Regierung noch niemandem auf den sprichwörtlichen Schlips getreten ist und die Befürchtungen der politischen Gegenspieler nicht wahr geworden sind. Aber es ist eine Tatsache, dass es einerseits Anlaufschwierigkeiten und andererseits auch Pannen gab. Dies resultiert wohl zum größten Teil aus dem Widerstreit zwischen Mensch und Technik. Es gibt aber auch recht deutliche Anzeichen, dass sich die angedeuteten Probleme jetzt langsam lösen lassen und die Regierungsarbeit langsam Fahrt aufnimmt.

Dir ist also der Optimismus noch nicht abhanden gekommen?

Nein, schließlich habe ich mich für die Regierung zur Verfügung gestellt, weil ich etwas bewegen will und nicht aus dem Gefühl heraus ich hätte zu viel Freizeit und würde sie gerne mal mit etwas Selbstdarstellung würzen. Zur Selbstdarstellung gibt es auch außerhalb der Regierungsarbeit ausreichend Gelegenheiten. Es geht darum etwas für unsere Community zu tun und gleichzeitig den Dolern zu vermitteln, dass sie selbst auch etwas ändern können und sollen – hierzu ausdrücklich eingeladen sind. Ich habe oftmals formuliert, dass Demokratie vom mitmachen lebt. Das habe ich so gemeint und davon bin ich nach wie vor überzeugt. Insofern stehe ich natürlich jederzeit gerne auch als Ansprechpartner bei Problemen zur Verfügung und kann dies auch im Namen A.Kellers nochmals betonen. Wir haben uns viel vorgenommen, wollen aber auch im Problemfall gerne beratend zur Verfügung stehen, Anregungen mit in unsere Arbeit aufnehmen und die Doler einladen sich mit in die Arbeit für unsere Community einzubringen. Ich denke dol2day ist es – allen Unkenrufen zum Trotz - wert, dass man etwas dafür tut.

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