von Reim-und-Klang
Vor knapp zwei Jahren wurde die dailydol-Initiative gegründet um dol2day wieder eine Zeitung zu geben. Die Idee war zwar nicht ganz neu aber dennoch ging dailydol dieses Ziel entschlossen an. Mit Erfolg: Es wurden Strukturen geschaffen, vorhandene Strukturen genutzt, Mitstreiter gewonnen und natürlich auch Artikel verfasst – von der Öffentlichkeitsarbeit in Gästebüchern und Umfragen einmal abgesehen.
Dann jedoch wurde es ruhiger um das Dol-Zeitungsprojekt – gleichsam wurde es auch ruhiger um die Community die das Projekt beherbergte. Gerade in diesen Tagen soll dailydol wieder mit neuem Leben erfüllt werden und gerade in diesen Tagen scheint einmal mehr die Tragweite des zunehmenden Aktivitätsschwundes offenbar zu werden.
Zwar war die Umfrage zur Reaktivierung der Zeitungsini nicht der einzige Punkt an dem man dies ablesen konnte, doch wurde es hier besonders deutlich. Da gab es Meinungen langjähriger Doler, die die Ansicht vertraten, dass man zu dol2day nichts sinnvolles schreiben könne. Wieder andere sahen teils mit entsetzen, teils mit signalgeflaggter Schadenfreude den Untergang dol2days voraus. Dann gab es welche, die die Ansicht vertraten man könne ohnehin nichts machen außer nostalgische Emotionen an alte Zeiten pflegen. Ihnen alle schien jedoch eines gemeinsam: Die Trägheit.
Eine Politik-Community lebt (wie übrigens auch eine Zeitung) davon, dass sich Menschen darin und dafür engagieren – das ist eines der wesentlichen Dinge die das Communityleben vom Konsumieren des Fernsehprogramms unterscheiden. Es geht eben nicht bloß darum zu betrachten was jemand anderes getan hat, sondern darin selbst etwas zu tun.
In der entsprechenden Umfrage tauchte jedoch auch die Frage auf was man denn schreiben könne – in der Community sei „doch nichts los“. Unbestritten dass wir uns alle mehr Aktivität wünschen würden passiert jedoch einiges was für eine Community wie die unsrige elementar ist. Da gibt es zum Beispiel Parteien, die sich mit Themen beschäftigen, in denen Funtionsträger gewählt werden, die vielleicht auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Alles Dinge die für eine Community wichtig sind und über die man schreiben könnte. Ferner gibt es eine Unzahl Initiativen, die sich mit einem Thema beschäftigen, die deshalb gegründet wurden weil sich jemand für die entsprechenden Themen interessiert, usw. Nun könnte man sicherlich beklagen, dass auch manche Initiativen nicht so aktiv sind wie man sich das wünscht. Aber: Einen Text zum Thema der Initiative zu erarbeiten und abzustimmen ist bereits eine Aktivität. Diesen Text dann nach außen zu kommunizieren und ihn der Community zusätzlich in Umfragen zur Diskussion zu stellen ist eine weitere Aktivität die zudem neue Interessierte in die Initiative locken könnte. Man könnte auch jenseits der Institutionenebene selbst Themen ausarbeiten und daraus einen Artikel machen, den man dann in einer Umfrage zur Diskussion stellen könnte. Man könnte aber auch vom BoP-Turnier, von Prominentenchats, den Chats der Parteivorsitzenden, usw. berichten.
Dies alles sind Möglichkeiten bei denen jeder Einzelne aktiv werden könnte – und dies scheint mir wesentlich besser als auf einen „Messias“ zu warten der dol2day erretten möge, oder sich in das „unvermeidliche Schicksal zu ergeben, dass unsere Community stirbt. Nun kann man sich sicherlich darauf berufen, dass es eine Regierung gibt und dass das deren Verantwortlichkeit sei. Aber mal im Ernst: Wer glaubt, dass da einige wenige das sprichwörtliche Ruder herumreißen können, wenn nicht die Community mitspielt?



